Sitrep

Sitrep

First things first

Passender Titel zur aktuellen Situation. Als ich auf Fuerte zum trainieren war und tatsächlich „plötzlich“ russische Truppen in die Ukraine marschierten, musste ich mich erstmal vom Kopf her in die Lage bringen, ordentlich und normal zu trainieren. Auf einmal erscheinen Pace, Power und Puls als noch nebensächlicher als eh schon und dieses „Warum mach ich das eigentlich?“ schießt einem für einen Moment in den Kopf.

Klar, es muss weitergehen. Geht es auch. Hier anders als dort und in gewissen Nachbarländern anders als hier.

Sitzt er da, definitiv eine Kragengröße zu klein, festgeklammert an seinem Tisch und redet Dinge daher wie es schon einmal einer vor 90 Jahren gemacht hat.

Das die Sache nicht gut für ihn ausgehen kann, war doch gleich klar: Man sehe sich nur diese alten, DDR-Like Telefone an (waren es 3?!) die er neben sich stehen hat. Mit dieser Technik kannst du ins Museum gehen. Da gehört er auch hin, dieser Clown.
(Ich will das Thema übrigens keineswegs ins lächerliche ziehen!)

Ich hoffe immer noch, dass die ganze Situation irgendwie „gut“ ausgeht. Unwahrscheinlich und für viele Menschen ist eh schon zu viel passiert, aber vielleicht findet sich hier noch eine Lösung, die zumindest einen weiteren und noch schlimmeren Verlauf vermeidet.



Zwei Wochen Fuerte
Aus sportlicher Sicht waren zwei Wochen Fuerteventura vor allem Sonne, Wind, viele Höhenmeter schlechte Straßen, ungefähr 13 Abende Nudeln mit Karottenpesto, kiloweise das vegane-weitaus-schlechter-verträgliche-Müsli-als-Daheim und ein bisschen Training.

Über die Zahlen hatte ich ja während dem Trainingslager schon bei Instagram berichtet: Zwei sehr gut gefüllte Wochen, sehr lange Grundlagenfahrten aber auch intensive Einheiten in allen Disziplinen.

Ich war vorab ein wenig skeptisch, da Trainingslager natürlich auch ein- und teilweise unterordnen mit anderen bedeutet.

Die Gruppe war aber grundsätzlich gut, es war ein guter Mix und ich konnte sicher von der ein oder anderen Einheit mit weniger Länge aber viel Geschwindigkeit (vor allem im Wasser) profitieren, da ich daheim schlichtweg niemanden habe der mal eben einen 100er mit 1.15 oder so schwimmt.

Radfahren und Laufen lebte von den vielen Anstiegen (und vom Wind) – somit ergaben sich hier schon automatisch Trainingsreize, die sich auszahlen werden.
Insofern war es hier und da sicher ein bisschen weniger Individualität, aber insgesamt dann doch sehr ordentliches Training. Spaß gemacht hat es nebenbei natürlich auch, dafür sorgt alleine schon das gute, beständige Wetter – besonders wenn daheim 5° und Sturm sind.

Ich wusste, dass ich in guter Verfassung ins Trainingslager kommen würde. Der vorangegangene Block lief (wie schon beschrieben) ja sehr gut und auf Fuerte ging es eigentlich nahtlos weiter. Keine Verletzungssorgen, kein Auftreten von Übertraining und trotz des hohen Volumens und der nicht zu vernachlässigenden Intensität gute Intervallzeiten im Wasser, auf dem Rad und beim Laufen bis zum Ende.

Ich war also insgesamt sehr zufrieden mit der Zeit im Playitas und konnte hier einen weiteren Schritt für eine gute Basis für die Saison 2022 legen.

Nebenbei muss man eigentlich bei jedem Trainingslager und jeder Reise auch mal die so selbstverständlichen Kleinigkeiten erwähnen: Flug hat geklappt. Fahrrad kam an und kam ohne Schaden an. Keinen einzigen Platten gehabt vor Ort. Gesund geblieben, nicht gestürzt und kein Corona bekommen.

Gesamtfazit: Die absolvierten Kilometer kann mir keiner nehmen. Die Bräune vom Schwimmen schon.


Das war der Ruhetag!

Training Status Quo

Meinen dreiwöchigen Trainingsblock hatte ich zu Hause noch mit einer weiteren vollen Woche beendet, eh eine ruhige Woche anstand. Auch das lief gut und die kühleren Temperaturen machten es zwar nicht einfacher, aber hinderten mich auch nicht an guter Trainingsarbeit.

Was ich derzeit oft mache, ist der Vergleich mit den Trainingsdaten aus den letzten beiden Jahren:

2020 war ich vor meiner Fraktur Läuferisch gut unterwegs und bin sehr lange Segmente sehr ruhig gelaufen und hatte auch schon eine gute Grundlagenpace.

Zum ersten mal seit fast zwei Jahren bin ich hier wieder auf dem Niveau (oder sogar besser) und laufe regelmäßig jetzt ca 100 Kilometer pro Woche problemlos.

Die Grundlage hat sich extrem verbessert zum letzten Jahr (~ ca 45 Sekunden pro Kilometer) und die langen Wettkampf-Pace Einheiten fühlen sich bei einer Pace um die 4min/km sehr locker an in Hinblick auf den Marathon beim Ironman. Hier ist auch noch Zeit – da kann und wird noch etwas passieren, aber die Basis ist definitiv besser als 2021.

Gleiches gilt beim Radfahren, wo Leistung / Puls sich hoch bzw runter entwickelt haben und mittlerweile meine Ironman Durchschnittsleistung vom letzten Jahr eher fast wie die aktuelle Grundlage ist bei gleichem Körpergewicht.

Hier sind dieses Jahr die ~4 Watt/kg im Schnitt definitiv greifbar für die Langdistanz!

Auch beim Schwimmen gab es über den Winter und in den letzten Monaten eine sehr positive Entwicklung. Ähnlich wie beim Radfahren, ist hier das sehr ruhige Schwimmen mittlerweile das, was letztes Jahr noch schnell war. Intensive Intervalle sind sehr klar sehr viel schneller geworden – was auch auf ein regelmäßiges Wochen-Volumen von ca 20 Kilometer zurückzuführen ist.

Ich tue mich dennoch beim Schwimmen immer schwer, Prognosen wie beim Radfahren oder Laufen abzugeben, da hier immer noch viel Tagesform mit reinspielt und mir Dinge wie Neoprenanzug, Wasserart und Renndynamik helfen oder nicht helfen können.

Aber es wird auch hier definitiv besser, deutlich besser, als letzte Saison.

Immer wieder, wenn ich auf letztes Jahr zurückschaue, stelle ich mehr und mehr fest, dass ich bei keinem Wettkampf wirklich fit und in Topform war. Über die Gründe hatte ich schon genug erzählt. Aber dieses Fazit ist etwas, was ich in die neue Saison mitnehme: Es ist viel drin, wenn das Training weiter so läuft. Anders gesagt würde ich wahrscheinlich keinen Wettkampf starten, wenn ich kurz davor eine Zwangspause einlegen musste.

In dem Sinne werde ich die nächsten Wochen weiter an der Form feilen und dann im Mai schauen, was geht.

Wie ich immer wieder sage: Von Trainingsleistungen kann man sich nichts kaufen. Es zählt am Tag X. Denn davor kann täglich, stündlich etwas passieren und dann bringt dir die beste Trainingswoche plötzlich nicht mehr viel.
Dennoch bin ich stolz auf die Entwicklungen und die Konstanz des Trainings. Mental und körperlich bin ich sicher in der besten Verfassung meines Lebens und schaue daher schon mit großer Vorfreude auf die ersten Wettkämpfe dieses Jahr!


Ich habe einmal das Handy dabeigehabt beim Laufen. Für den Sonnenaufgang der an dem Tag dann nicht da war…

Anfang April geht es noch einmal für zwei Wochen nach Mallorca, wo es in die finale Vorbereitung geht vor dem ersten Wettkampf der Saison.

Wo das ist? Gibt’s beim nächsten Mal!

Dann sind noch Fotoshootings mit Dirko geplant und interessante Aktionen mit meinem Hauptsponsor Vallox. Mit Aprovis versuche ich gerade, wie ich mich im Rahmen einer Woche mit Augenmerk auf Gesundheit mit einbringen kann.
Zudem gibt es ein paar spannende Neuigkeiten, die meinen Ausrüster für die Saison betreffen. Hier habe ich ein paar Dinge in der Pipeline (darf man diesen Vergleich eigentlich noch ziehen?), die GETactive betreffen und mit der ich nebenbei noch versuchen will, etwas gutes zu tun in der aktuellen Situation.

Es stehen also viele Dinge auf der Agenda! Stay tuned!

Bleibt gesund und sportlich,

David.

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