Die letzte Tour.

Die letzte Tour.

Ich habe diesen Blog angefangen zu schreiben, als ich im Flugzeug Richtung München saß.
Das ist ungefähr acht Wochen her.

Seitdem ist nichts und gleichzeitig auch viel passiert.
Sportlich war die Saison, wie sie war.

Ich bin und war frustriert, da ich im Frühjahr in überragender Verfassung war und mir sicher war, besser abschneiden zu können.
Es hat aus vielerlei Gründen nicht sein sollen.

Gleichzeitig bin ich auch happy, dass ich eben körperlich in dieser Form war und (teils) bin und ohne Verletzung durch das Jahr gekommen bin. Denn das ist nun mal die Grundlage von Allem.

In Hof, Turku und Kalmar hätte ich jeweils – rückblickend – gar nicht starten sollen. Zu viel Training hatte ich im Juni und Juli krankheitsbedingt verpasst und in Kalmar war der Kopf nicht bei der Sache.

Dazu kam eine Warze am Fuß und ein paar Sitzprobleme beim Radfahren. Nichts, was ein Aussteigen erklärt, aber gleichzeitig eben auch Grund für Dysbalancen, die dann im Rennen zu Schmerzen führen.

Nach Kalmar habe ich meine Saison beendet.
Dafür gab es auch einen privaten Grund.

Meine Frau und ich haben uns getrennt. Vieles muss jetzt neu sortiert werden.
Mehr möchte ich dazu an dieser Stelle nicht sagen.

Die vergangenen Monate waren mental wahrscheinlich die schwierigsten, die ich seit vielen Jahren erlebt habe.

Was die sportliche Situation angeht, so werde ich noch einmal all in gehen, mit allem, was mir zur Verfügung steht.

Ich weiß, dass ich das Potential habe, konkurrenzfähig zu sein. Nicht auf 7:30h Niveau. Aber unter 8 Stunden kann und werde ich schaffen. Was auch immer das dann bezogen auf Resultate bedeutet.

Es wird mein letzter Versuch, es in diese Richtung zu schaffen.

Ob man bei der Entwicklung der vergangenen Jahre ernsthaft Gedanken an eine Hawaii-Qualifikation verschwenden sollte?

Unwahrscheinlich. Aber abzuwarten.
Und das ist okay für mich. Im Gegenteil: Genau das ist es, was es für mich reizvoll macht.

Letztendlich ist es im Herbst/Winter immer diese tolle Situation: Viel Spielraum, Dinge zu entwickeln. Viel Zeit bis zum nächsten Rennen. Der einzige echte Raum, für Verbesserungen. Also nutzen wir das mal!

Besser eine kleine Chance auf etwas großes, als eine große Chance auf etwas kleines.


Mission: Delaying Frankfurt. 

Es ist quasi meine persönliche „Trink Aus“-Tour.
Zeit zu gehen; Frage ist nur wann genau.

Tour-Finale: Ironman Frankfurt.
Wann: Offen.

Wenn es gut läuft, dann gerne auch erst 2029 oder 2030.

Läuft nächstes Jahr ähnlich wie dieses und fehlt (selbst) mir irgendwann die Fantasie für das oben genannte Ziel, dann werden es noch 1.5 Jahre mit dem Ende Juni/Juli 2028. So der Plan.

Wie auch immer: Ich freu mich auf mindestens nochmal 20 Monate. Und wenns mehr werden darf, umso mehr.

Seit 1.10. arbeitete ich wieder strukturiert und unter neuer „Führung“; Lukasz Wojt hat meine komplette Trainingssteuerung übernommen und auch wenn es noch früh ist, so merke ich bereits, dass das eine sehr gute Entscheidung war bzw ist.

Meine Entwicklung im Schwimmen in den letzten drei Jahren lässt hoffen und vermuten, dass ich auch gesamt mit seiner Expertise nochmal einen Sprung machen kann. Am meisten aber brauche ich wieder jemanden, der sich die Gedanken um mich macht, weil ich das selber einfach nicht objektiv genug für mich dauerhaft machen kann.

Seit Juli 2022 habe ich mich nun selber gecoacht; Und das war teils auch notwendig und teils auch erfolgreich!
Ich musste, bevor ich mich in die Hände von irgendjemanden geben konnte, erstmal physisch so stabil werden, wie ich es jetzt bin.

Wir legen die Grundlage für eine sehr solide Basis für das nächste Jahr und arbeiten gezielt an Kraft und Vo2max.
Ich plane aktuell den Saisonstart relativ früh im April 2027.

Jetzt bist du wieder auf dem Laufenden. Es hat eine Weile gedauert und wahrscheinlich ist das (jetzt) auch verständlich.


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Eins noch:
Ich höre und lese dann manchmal Dinge über Resultate im (Profi)Sport. Nicht nur bei mir – sondern generell.

Man darf ja bewerten und beurteilen, wie man möchte. Aber manchmal lohnt es sich auch, erst einmal durchzuatmen, bevor man die Keule rausholt.

Die Leute, die dort starten, wo es um Resultate geht, sind nicht ganz schlecht; Die können schon bisschen was.

Wenn dann etwas grob schief läuft, hat das manchmal auch andere Gründe. Es gehören immer viele Dinge dazu, um am Tag X die PS auch auf die Straße zu bringen.

Wie Morrissey schon sagte: „Does the body rule the mind or does the mind rule the body?” – Der Kopf entscheidet, was der Körper dann letztendlich kann.


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Apropos Kopf:
Das Feuer brennt eigentlich immer.
Aber es schadet nicht, gelegentlich einen Scheit Holz nachzulegen.

Und manchmal sind es eben Gespräche, Erlebnisse oder einzelne Sätze, die dafür sorgen, dass die Flammen noch ein bisschen höher schlagen.

Von diesen Momenten gab es zuletzt einige.
Ich konnte daraus schon immer Motivation ziehen.

Dieses Mal vielleicht ganz besonders.
Meine Saisonplanung steht, sobald der Kalender rauskommt.

Jetzt heißt es Ruhe bewahren und täglich die Arbeit machen, die keinen interessiert und die keiner sieht und die auch eigentlich keiner machen möchte.

Die Tage, die so unspektakulär sind, dass sie dich step by step weiter bringen.

Und natürlich ein wenig jonglieren mit all den anderen Dingen, die so anstehen.

In diesem Sinne: Happy Training und bis bald.

Sportliche Grüße,

David

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