Testwochen

Auch wenn ich gerade mit einem Eisbeutel auf meinem Knie hier sitze (kleiner Sturz mit dem Montainbike – nichts ernstes): Die letzten Wochen waren gut, vielleicht sogar sehr gut.
Die eine Woche Pause nach der Hochzeit war schön, jedoch merkte ich, wie die Vorfreude auf den Wiedereinstig ins Training größer und größer wurde.
Exakt drei Monate waren ohne jegliche Art von strukturierten Training vergangen bis es am 07. September dann wieder losging.
Noch deutlich reduziert im Umfang und in der Intensität im Vergleich zu vor drei Monaten, aber die ersten drei Wochen sollen eher als Test dienen und zeigen, ob der Körper wirklich wieder bereit ist, um ins volle Training zurückzukehren.



Test – 1

Die beste Nachricht der zwei letzten Wochen: Um die 40 Kilometer laufen ohne Schmerzen. Klar, es zwickt hier und da mal ein wenig – aber alles andere wäre nach der langen Pause auch nicht normal gewesen.
Der Puls ist verglichen mit vor der Verletzung fast schon dramatisch weit oben, aber auch das sollte sich über die nächsten Wochen wieder normalisieren.
Ein kurzer FTP-Test (Schwellenwert) auf dem Fahrrad hat gezeigt, dass ich auch hier an Härte verloren habe, allerdings wenig dramatisch (ca 4%).
Der Lauf heute hatte zum ersten Mal ein paar schnellere Teilstücke. Auch hier war die gefühlte Anstrengung natürlich deutlich höher und ich bezweifle, dass ich aktuell die Pace unter 4 min/km viel länger als 10 Minuten gehen könnte.
Wie schnell ist beim Laufen momentan auch zweitrangig; Wichtig ist, dass ich während dem Lauf und direkt im Anschluss keine Schmerzen im Bereich der Fraktur bekomme.



Test – 2

Der Blick auf die Waage sagt ja bekanntermaßen oft nur die halbe Wahrheit und ist – gerade im Sport – selten richtig aussagekräftig. Dennoch war mir klar, dass ich mit weniger Bewegung in den letzten Monaten bei 4-5 Kilo mehr wahrscheinlich keine Muskelmasse aufgebaut hatte.
Diese Woche dann die Zahlen hierzu schwarz auf weiß: Gewicht von ca. 65 Kilo auf knappe 70 Kilo gestiegen, dabei Muskelmasse leicht reduziert und das Körperfett von 7% auf 14% angestiegen. Keine super-schlechten Werte, jedoch sehr schwierig für jemanden, der bei Wettkämpfen Resultate abliefern will.
Ein Beispiel: Beim Radfahren werden Trainingsbereiche und die Wettkampfintensität nach Wattwerten festgelegt. Hier kommt die gewichtsbezogene Leistung ins Spiel.
Wenn nun mein Ziel ist, 4.0 Watt / kg Körpergewicht beim Wettkampf zu fahren, so wären das bei 65 Kilo genau 260 Watt, während es bei 70 Kilo Körpergewicht bereits 280 Watt wären. Simpel gesagt, muss man also entweder mehr Watt treten können oder leichter werden, um schneller zu werden. Wenn man (wie ich jetzt gerade) weniger Watt treten kann und schwerer wird, ist das natürlich eher suboptimal. Aber auch hier: Wird schon wieder!



Test – 3

Ich war gerade mit dem Kraftraining fertig und wollte ein schnelles Mittagessen zaubern, da klingelt es an der Tür. „Post wahrscheinlich…“
Als dann draußen ein mir unbekannter Mann mit fremden Kennzeichen am Auto und Reisetrolley in der Hand vor der Tür steht, kam ich im ersten Moment immer noch nicht auf die Lösung. Die Begrüßung lief dann ungefähr so ab:
„Rother?!“
„Eh, ja!?“
„NADA!“
„Oh, tatsächlich?!“
Ja, tatsächlich war es die erste Anti-Doping-Trainingskontrolle in dieser Art für mich. „Lief“ dann auch relativ schnell und unkompliziert ab.
Ich finde es ja gut, wenn das System funktioniert und Kontrollen stattfinden. Im Endeffekt haben alle Athleten etwas von fairen Wettkämpfen.

Training und Trainingslager

Die nächste Woche wird noch einmal eine eher leichtere Trainingswoche, bevor es dann Ende September wieder voll losgeht.
Mitte bis Ende Oktober sind noch zwei Wochen Trainingslager in Südfrankreich geplant. Der Plan ist nicht neu: Ursprünglich sollte das Training in der Region Nizza im März stattfinden, bevor der Lockdown es auf ungewisse Zeit verschoben hat. Ob wir dieses mal fahren werden, wird sich – wie vor einem halben Jahr – wieder kurzfristig entscheiden.

Bis demnächst!
Sportliche Grüße,
David

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