Kopfsache


Die Balance zwischen Be- und Entlastung ist ja im Triathlon oft die große
Kunst. So viel Belastung, dass ein (neuer) Trainingsreiz entsteht und dennoch so viel Entlastung, dass sich der Körper auch anpassen kann und – wenn möglich – keine Verletzungen entstehen.
Meine letzten Wochen waren da – trotz nach wie vor sehr reduzierten Umfängen und vor allem meist niedrigen Intensitäten – ähnlich. Wie viel Steigerung pro Woche und pro Einheit? Lieber ein paar mehr Watt, oder lieber eine längere Strecke? Eher eine Schwimmeinheit mehr, oder eher einmal mehr aufs Laufband?
Letztendlich habe ich seit meiner Verletzung sehr stark von Tag zu Tag
entschieden, ohne nach einem festen Trainingsplan zu trainieren.
Mit meinem Coach Tony ist es vereinbart, dass wir Anfang September wieder ins strukturierte Training einsteigen.



Schmerzen – oder nur so ein Gefühl?

Das schwierigste war es (und so ist es aktuell immer noch) allerdings in letzter Zeit zu erkennen, ob es ein Trainingsreiz ist den ich da merke oder ob es die Fraktur ist, die „wieder da“ ist.
Es ist einfach eine gewisse Unsicherheit da und vielleicht bin ich momentan auch über-empfindlich, was das Thema angeht.


Das Schwimmen ging ja bereits sehr früh wieder ganz gut. Seit kurzem kann ich hier aber auch wieder lange Einheiten von bis zu 5 Kilometern und auch die schnellen 100er schwimmen, ohne das ich etwas merke (Erschöpfung malausg enommen).


Beim Radfahren habe ich die Steigerungen ein bisschen optimistischer gestaltet, als es mir empfohlen war: So bin ich letzte Woche einmal 130km und einmal über 170km gefahren – dabei ohne den Blick permanent auf die Wattzahlen zu haben (Anmerkung: Der Akku war leer…) sondern mehr auf das Gefühl zu hören. Hier war es super, bei beiden Touren ohne Schmerzen während der Fahrten zu sein, aber insbesondere auch, im Anschluss keine Reaktionen zu erfahren, die auf eine Überlastung hindeuten würden.


Das Laufband wurde allerdings zum wichtigsten Trainingsgegenstand für mich: Angefangen von 3×2 Minuten Laufen mit sehr vielen Gehphasen dazwischen, war ich diese Woche bei einem Belastungstest von 2×5 Kilometern (mit 1 Minute Pause) angekommen.
Alle Einheiten verliefen komplett schmerzfrei im Bereich der Fraktur. Manchmal hatte ich am Abend ein ganz leichtes Druckgefühl bei dem ich mir – wie erwähnt – die Frage stellte, ob das okay ist, oder nicht.


Da ich jeden Morgen allerdings komplett schmerzfrei war, konnte ich heute den lang ersehnten ersten Lauf draußen anpeilen. Auf der weichen Tartanbahn in moderaten Tempo ging es bei über 30° los und schnell merkte ich, wie schön das Gefühl ist, wieder „richtig“ zu laufen.
Hier wurde es schnell wieder zur Kopfsache: Der letzte schmerzhafte Lauf ist noch zu sehr im Kopf verankert, so dass nach jedem Kilometer diese Stimme im Kopf sagt „Der Schmerz muss eigentlich jeden Moment kommen! Geht nicht anders!“.
Ging zum Glück doch anders: Die Fraktur war heute komplett unauffällig während dem Training und hat sich nur ganz leicht am Abend nach dem Stabi-Training gezeigt (was nicht unnormal ist).
Das rechte („gesunde“) ISG hat sich einmal kurz beim Laufen heute gezeigt. Hier ist allerdings davon auszugehen, dass es sich um eine kleine Reaktion auf die „Fehlbelastung“ der letzten Wochen handelt und es nichts ernstes ist.
An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an den TSV Rain, dass ich die Laufbahn nutzen darf und an Matthias von den Physioprofis in Rain, der den Kontakt hergestellt hat!



Der weitere Fahrplan

Wie schon erwähnt, soll es also im September wieder mit strukturiertem
Training losgehen. Vielleicht geht es davor noch ein (letztes) Mal ins CT, um
die Verknöcherung – also den Heilungsprozess – noch einmal bildlich vor Augen zu bekommen. Wahrscheinlich wäre es genau das, was ich brauche, um die Gedanken der Fraktur aus dem Kopf zu bekommen.

Ja – Training – wofür eigentlich? Klar, die Frage ist derzeit gerechtfertigt.
Wettkämpfe fallen nach wie vor relativ flächendeckend aus.
Wir planen aber aktuell, recht früh in der Saison 2021 ins Renngeschehen einzugreifen.
Wenn Corona und der Körper mitspielen, dann hoffe ich, bereits im Februar einen Ironman 70.3 zu absolvieren.
Bis dahin ist noch viel Zeit. Ich weiß, dass ich es weiter langsam und
diszipliniert angehen muss, da sonst die Gefahr einer nicht vollständigen Ausheilung weiterhin gegeben ist.
Heißt also, für mich geht es erst einmal weiter mit Fahrrad, Schwimmen und Lauf- Band und Bahn. Hoffentlich dann ab September wieder mit Vollzeit-Training und einem konkretem Ziel vor Augen.
Bis dahin bleibt dann erst einmal noch ein bisschen Zeit, die langen Radfahrten zu genießen und außerdem ist es ja auch gut, vor und nach der (eigenen) Hochzeit ein bisschen Zeit zu haben 😉


Sportliche Grüße und bis bald, euer David.

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